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Quantencomputer revolutionieren Gaming und Unterhaltung Liam Critchley

(Quelle: H2Omanager/stock.adobe.com)

 

Quantencomputer werden oft mit der Lösung komplexer Probleme in Wissenschaft, Technologie und Ingenieurwesen in Verbindung gebracht, wobei der Fokus ausschließlich auf den fortschrittlichsten Applikationen liegt. Neben den reinen Problemlösungskompetenzen können Quantencomputer in vielen Anwendungsbereichen eine neue Dimension künstlerischer und fantasievoller Gestaltung erschließen, was bislang in diesem Maße nicht möglich war. So können Spieleentwickler Quantencomputer einsetzen, um Gameplay-Mechanismen zu verbessern, mithilfe von Augmented Reality (AR)- und Virtual Reality (VR)-Technologien ein noch intensiveres Spielerlebnis zu schaffen und die Grenzen von Kunst und Musik in diesen Spielen zu erweitern.

Revolutionierung der Gameplay-Mechanismen

Gaming-Hardware und -Software haben in den letzten 20 Jahren erhebliche Fortschritte gemacht und arbeiten nun mit fortschrittlicher Physik, Grafik und Rechenleistung, wodurch ein realistischeres Gameplay und realistischere Umgebungseffekte möglich sind. Diese Entwicklung zeigt sich besonders deutlich in rasanten Actionspielen mit vielen Interaktionen mit der Umgebung, wie z. B. Open-World-Rollenspielen (RPGs).

Da Quantencomputer große Datenmengen wesentlich schneller und mit geringerer Latenz verarbeiten als klassische Computer, versprechen sie eine Revolutionierung des digitalen Spielerlebnisses. Mit quantenunterstützten digitalen Spielen können die Spieler flüssigere, realistischere Erlebnisse mit geringeren Verzögerungen, extrem realistischen Umgebungen und verbesserter Interaktivität genießen.

Die Grundlage des Quantencomputings – d. h. die Überlagerung von Zuständen innerhalb von Quantenbits (Qubits) – kann sich als einer der wichtigsten Faktoren für die Transformation digitaler Spiele erweisen. Die Überlagerung innerhalb von Qubits ermöglicht die Simulation mehrerer Möglichkeiten in Echtzeit. In einer Spielumgebung lassen sich mit Quantencomputern mehrere Aktionen und Szenarien gleichzeitig ausführen, was zu einer realistischeren und dynamischeren Umgebung führt. Für Open-World-Spiele und Spiele, bei denen die Entscheidungsfindung im Mittelpunkt des Spiels steht, lassen sich mit Quantencomputern virtuelle Welten mit unendlichen Möglichkeiten schaffen, die sich in Echtzeit entsprechend den Entscheidungen der Spieler entwickeln. Jede Entscheidung eines Spielers führt zu zahlreichen Möglichkeiten, da das Quantensystem mehrere potenzielle Ergebnisse gleichzeitig verarbeitet.

Zudem ermöglicht die Fähigkeit von Quantencomputern, mehr Parameter als klassische Systeme zu verarbeiten, eine größere Anzahl zufälliger Elemente innerhalb des Spiels, beispielsweise zufällige Landschaften und Begegnungen mit Charakteren. Quantenalgorithmen unterstützen die prozedurale Generierung und ermöglichen so die Schaffung riesiger Spielwelten, die sich kontinuierlich weiterentwickeln. Diese Generierungen ermöglichen völlig unvorhersehbare Karten und Interaktionen, die in aktuellen Spielen nicht denkbar sind.

Beispielsweise folgen die nicht spielbaren Charaktere („Non-Playable Characters“, NPCs) in modernen Spielen vorgegebenen Mustern, auch wenn ihre Begegnungen zufällig erscheinen. Quantenalgorithmen ermöglichen intelligentere, anpassungsfähigere NPCs, die sich unvorhersehbar und intelligent verhalten und so das Gameplay realistischer machen. NPCs mit einem breiten Spektrum an Verhaltensweisen und Eigenschaften könnten Spiele anspruchsvoller machen, da sie weniger roboterhaft sind und ähnlich wie ein menschlicher Spieler denken und sich anpassen können.

Verbesserung von AR/VR-Systemen

Das Quantencomputing wird AR- und VR-Spiele revolutionieren, indem es die Erstellung, Darstellung und Erfahrung virtueller Umgebungen dramatisch verbessert. Im Gegensatz zu klassischen Systemen, die Daten sequenziell verarbeiten, können Quantencomputer riesige Datenmengen gleichzeitig verarbeiten, was Echtzeit-Reaktionsfähigkeit und äußerst detaillierte Simulationen ermöglicht. Das bedeutet schärfere Grafiken, realistischere Beleuchtung und dynamische Umgebungen, die sofort auf die Eingaben des Spielers reagieren. Diese Vorteile führen zu realistischeren digitalen Erlebnissen.

Da Quantencomputer große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten und auf der Grundlage der vom Spieler getroffenen Entscheidungen Echtzeitänderungen in der Umgebung vornehmen können, werden die Spieler zu aktiven Teilnehmern und nicht mehr zu passiven Beobachtern des VR-Erlebnisses. Durch dieses realistischere Erlebnis können die Spieler interaktivere Geschichten erleben, die sich in Echtzeit auf der Grundlage der Aktionen des Spielers entwickeln.

Verbesserung der Gaming-Sicherheit

Quantencomputing kann auch die Gaming-Sicherheit verbessern. Klassische Gaming-Systeme sind anfällig für Hackerangriffe und unbefugten Zugriff, was das Spielerlebnis beeinträchtigt und sensible Daten gefährdet. Quantenverschlüsselung bietet theoretisch sichere Kommunikation, indem sie Quantenprinzipien wie Verschränkung und den Beobachtereffekt nutzt.

Erweiterung der Grenzen von Kunst und Musik im Gaming

Neben einem verbesserten Spielerlebnis können Quantencomputer auch ansprechende Grafiken und Musik für Spiele erstellen. In aktuellen Gaming-Systemen erfordert das Rendern von Grafiken Datenbankabfragen. Quantencomputer beschleunigen die Datenbankrecherche und manipulieren Qubits, wodurch Systeme Muster, Texturen, Bilder und Animationen erstellen können, die speziell auf das digitale Erlebnis des Spielers zugeschnitten sind.

Quantencomputer könnten ihre enormen Muster- und Datenverarbeitungsfähigkeiten auch nutzen, um Musik zu komponieren, die über eine Reihe von Rhythmen und Harmonien hinausgeht und viel mehr Elemente umfasst als herkömmliche Kompositionen, wodurch die Grenzen des musikalisch Möglichen erweitert werden. Quantensynthesizer und Audioprozessoren könnten Klanglandschaften mit beispielloser Tiefe und Komplexität schaffen.

Fazit

In naher Zukunft wird Quantencomputing nicht mehr auf theoretische Physik und wissenschaftliche Forschung beschränkt sein. Stattdessen wird es zu einer transformativen Kraft in einer Vielzahl von Applikationsbereichen werden, darunter Gaming und Unterhaltung. Quantengestützte Spiele versprechen komplexere, realistischere Welten, in denen jede Entscheidung zu einzigartigen Ergebnissen führt. AR/VR-Erlebnisse werden reaktionsschneller und lebensechter, sodass aus dem passiven Betrachten eine aktive Teilnahme wird. Vernetzte Spielsysteme werden ein höheres Maß an Sicherheit erreichen. Kurz gesagt: Quantencomputer werden das Gaming nicht nur verbessern, sondern revolutionieren.



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Liam Critchley ist Autor, Journalist und Spezialist für Wissenschaftskommunikation mit den Schwerpunkten Chemie und Nanotechnologie. Sein Augenmerk richtet sich insbesondere auf unterschiedliche Applikationsbereiche, bei denen die Grundprinzipien der molekularen Ebene eingesetzt werden. Critchley ist am bekanntesten für seinen informativen Ansatz und die Erklärung komplexer wissenschaftlicher Themen für Fachpublikum und die breite Öffentlichkeit. Er hat über 350 Artikel zu unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen und Branchen veröffentlicht, bei denen Chemie und Nanotechnologie eine Rolle spielen.

Critchley ist derzeit Senior Science Communications Officer bei der Nanotechnology Industries Association (NIA) in Europa. In den vergangenen Jahren hat er für die Websites von Unternehmen, Verbänden und Medien auf der ganzen Welt geschrieben. Bevor er zum Schreiben kam, erwarb Critchley zwei Masterabschlüsse in Chemie mit Schwerpunkt Nanotechnologie und Verfahrenstechnik.

Neben seiner Tätigkeit als Autor ist Critchley Mitglied des Advisory Board der National Graphene Association (NGA) in den USA, dem weltweiten Nanotechnology World Network (NWN) sowie Mitglied des Board of Trustees von GlamSci, einer gemeinnützigen Wissenschaftsorganisation in Großbritannien. Critchley ist auch Mitglied der British Society for Nanomedicine (BSNM) und der International Association of Advanced Materials (IAAM). Außerdem ist er als Gutachter für mehrere akademische Fachzeitschriften tätig.


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